
Alles über Daten – Explorative Datenmodellierung und Praktischer Datenzugriff in Datenbanken
Eine der Hauptherausforderungen der Digital Humanities ist es herauszufinden, welche Daten zur Beantwortung einer Forschungsfrage überhaupt relevant sind, und wie diese Daten gespeichert, analysiert und verarbeitet werden können. Moderne Datenbanktechnologien sind technische Lösung für die Speicherung von und den Zugriff auf Daten, aber sie erfordern eine bestimmte Organisation der Daten. Der Workshop führt ein in das erste Identifizieren von Datenobjekten, in das Herleiten eines Datenbankschemas aus den Objekten und in das Formulieren von Abfragen in relationalen und Graphen-Datenbanksystemen.
Relationale Datenbanken organisieren ihre Daten in einfachen Tabellen. SQL ist die Standard-Abfragesprache zur Suche und Datenextraktion. Die Technologie ist ausgereift, es gibt viele hervorragende Datenbanksysteme und die meisten Programmiersprachen und Anwendungsprogramme bieten einen einfachen Zugriff von außen auf relationale Datenbanken.
Graphen-Datenbanken organisieren ihre Daten als Informationsknoten, die mit benannten Kanten verknüpft sind. Cypher ist eine populäre Abfragesprache für Graphen-Datenbanken; die Abfragen sind kompakt und einfach zu verstehen. In Graphen-Datenbanken entwickelt sich das Datenbankschema mit den Daten, die in die Datenbank eingefügt werden. Damit sind diese Datenbanken ideal für die explorative Datenmodellierung.
Im Workshop erfolgt die Einführung in diese Technologien anhand von Musterdaten aus einem Gebiet der Digital Humanities, z.B. Diskursanalyse. In praktischen Übungen arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entweder mit eigenen oder vorgegebenen Daten. Wir werden typische Fragestellungen diskutieren und überlegen, wie wir diese in den Abfragesprachen formulieren können.
Die erste Woche behandelt die Datenmodellierung in Graphen-Datenbanken. In einer Sammlung von Dokumenten werden die interessierenden Datenobjekte ermittelt. Dabei müssen wir typischerweise Fragen nach den notwendigen und optionalen Eigenschaften der Objekte beantworten, ob es gemeinsame Eigenschaften der Objekte gibt, und welche Beziehungen zwischen den Objekten bestehen. Wir formulieren Abfragen und visulisieren die Daten bzw. die Ergebnisse in der graphischen Nutzerschnittstelle der Datenbank.
In der zweiten Woche geht es um relationale Datenbanken. Wir entwickeln ein Entity-Relationship-Modell unseres Datenbestands und konvertieren dieses systematisch in ein relationales Datenbankschema. Wir werden dann SQL Abfragen formulieren, einschließlich der Aggregatfunktionen. Zum Schluss werden wir auch den Zugriff auf relationale Datenbanken aus externen Anwendungsprogrammen und Programmiersprachen betrachten.
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